Niddatal 4/2026 Mai 2026
2 Gummibärchen-Diplomatie bis hin zum körperlichen Ab- transport ist alles dabei. Beim finalen „Runterzerren“ mische ich mich ein. Erzähle von meiner eigenen Erfah- rung: dass Kindermanchmal einfach glücklich sind, wenn sie genau eine Sache den ganzen Tag machen dürfen. Die Mutter zögert. Dann lä- chelt sie. Wir sprechen kurz. Die Situation entspannt sich. War das Zivilcourage? Oder einfach nur ein Ge- spräch unter erschöpften Er- wachsenen? Gefahr für Leib und Leben? Eher gering. Gefahr für den Familienfrie- den? Durchaus vorhanden. Gefahr für mein eigenes Wohl- befinden, während alle ande- ren starren? Enorm. Und die anderen drumherum? Feige wie Vampire vor Knob- lauch – oder einfach klug ge- nug, sich rauszuhalten? Fall 3: „10 Minuten“ – inter- nationale Verständigung auf Busniveau Bushaltestelle. Ein Mann stellt dem Busfahrer eine Frage in einer Sprache, die dieser nicht versteht. Oder nicht verstehen will. Der Busfahrer winkt ab. Klas- siker. Ichmischemich ein, übersetze grob die Situation („Er will wis- sen, wann oder wohin“) – der Busfahrer knurrt „10Minuten“. Ich tippe die Uhrzeit ins Han- dy, zeige sie dem Mann. Er lächelt. Sagt „Danke“. Fortsetzung von Seite 1 ... Wo genau verläuft die unsichtbare Linie zwischen heldenhafter Zivilcourage und dem gefürchteten Titel „Zugabteil-Zicke des Mo- nats“? Fall 1: Der DJ im Regional- express Stellen Sie sich vor: Ein jun- ger Mann sitzt im gut gefüll- ten Zugabteil, beschallt uns alle mit seiner Musik und hat seine Füße dekorativ auf der gegenüberliegenden Bank platziert – vermutlich ein avantgardistisches State- ment gegen Sitzordnung. Ich bitte ihn freund- lich, das zu lassen. Was bin ich jetzt? • Neidisch, weil ich mich insgeheim auch gern so benehmen würde? • Zickig, weil ich „Anstand“ sage wie meine Oma? • Oder der heimliche Held des Abteils, auf den alle gewartet haben, sich aber keiner traute? Und viel wichtiger: War das schon Zivilcourage – oder nur eine leicht gereizte Service- leistung für die Allgemeinheit? Fall 2: Die Mutter, das Kind und das Riesenkissen des Lebens Freizeitpark. Sonne. Zucker- watte. Und ein ungefähr fünf- jähriges Kind, das einfach nur weiter auf einem Riesenkissen hüpfen möchte – offenbar das Zentrum seines Universums. Die Mutter sieht das anders. Von sanfter Überredung über Kleine Szene. Kein Applaus. Kein Heldencape. Aber: War das Zivilcourage? Die große Frage: Muss es erst knallen? Viele denken bei Zivilcou- rage sofort an dramatische Situationen: Gefahr, Ge- walt, heldenhafte Eingriffe. Aber wenn das die Messlatte ist, dann verbringen die meis- ten von uns ihr Leben kom- plett ohne Zivilcourage – und mit sehr vielen lauten Zugab- teilen. Vielleicht ist Zivilcourage viel banaler. Unbequemer. Und vor allem: weniger glamourös. Zwischen Mut und Mund halten Natürlich: Niemand sollte verurteilt werden, der sich aus Angst nicht einmischt. Manchmal ist es klüger, Hilfe zu holen, andere anzuspre- chen oder Abstand zu halten. Aber wenn wir jede Situation erst vollständig analysieren, Risiken abwägen und eine in- nere PowerPoint-Präsentation starten… …dann passiert meistens ge- nau nichts. Und genau da liegt das Problem. Die geheime Zutat: Eine Prise Wut Wenn ich ehrlich bin, tref- fe ich solche Entschei- dungen selten rational. Es ist eher eine Mischung aus: • Bauchgefühl • einem Rest Vernunft • und dieser kleinen, auf- steigenden Wut, die sagt: „Jetzt reicht’s aber.“ Vielleicht ist das der Punkt: Zivilcourage beginnt nicht bei heldenhaftem Mut – sondern bei einer gesunden Portion innerem „Das geht so nicht“. Fazit (leicht unbequem) Vielleicht sollten wir uns nicht ständig fragen: „Ist das jetzt schon Zivilcou- rage?“ Sondern eher: „Ist es richtig, jetzt etwas zu sagen?“ Und wenn die Antwort ja ist – dann sagen wir halt etwas. Auch auf die Gefahr hin, kurz die Zicke, der Besserwis- ser oder der unangenehme Mensch im Raum zu sein. Denn ganz ehrlich: Ein bisschen mehr Einmi- schung würde unserem Alltag oft ganz gut tun. In diesem Sinne: Trauen Sie sich ruhig – notfalls auch ohne Heldenpose. Ihr Monatsjournal Mut zur Einmischung Oder: Wann genau bin ich eigentlich die Nervensäge des Abteils? S teinbock (22.12.-20.01.) Legen Sie nicht je- des Wort auf die Goldwaage und bleiben Sie gelassen: Wer überall Probleme sieht, kann ganz leicht welche be- kommen. W assermann (21.01.-19.02.) Überschätzen Sie Ihre finanziellen Möglichkei- ten nicht und gehen Sie kei- ne Verpflichtungen ein, die Sie später in eine Zwangsla- ge bringen könnten! F ische (20.02.-20.03.) Sie lagen mit Ihren Vermutungen richtig. Jetzt heißt es nur noch, abzuwar- ten und den günstigsten Mo- ment für den Gegenschlag herauszufinden. W idder (21.03.-20.04.) Eine Woche mit zahlreichen Herausforderun- gen liegt vor Ihnen: Zeigen Sie, dass Sie auch in schwie- rigen Situationen Ausdauer haben. S tier (21.04.-20.05.) Gibt es in Ihrem Umfeld jemanden, der Ihnen vielleicht in der aktuellen Si- tuation unter die Arme grei- fen kann? Nehmen Sie Hilfe ruhig an! Z willinge (21.05.-21.06.) Niemand will Ihnen den Spaß an einem amou- rösen Abenteuer verderben. Doch Sie sollten sich fragen, wieweit Sie gehen dürfen, ohne andere zu verletzen. K rebs (22.06.-22.07.) Solange Sie nicht wissen, was man von Ihnen erwartet, sollten Sie besser zurückhaltend bleiben. Kann sein, dass Sie sich sonst in etwas verrennen. L öwe (23.07.-23.08.) Sie haben sich durch Ihre Unachtsamkeit selbst in eine Zwickmühle gebracht. Nun müssen Sie Fingerspitzengefühl unter Beweis stellen. J ungfrau (24.08.-23.09.) Dank Ihrer guten Planung haben Sie alles im Griff und können gelassen bleiben. Das ist insbeson- dere dann wichtig, wenn der Zeitdruck größer wird. W aage (24.09.-23.10.) Mit Ihrem Charme haben Sie einen Menschen für sich gewonnen, der nun mehr von Ihnen will. Prüfen Sie ganz genau, ob Sie diese Gefühle erwidern. S korpion (24.10.-22.11.) Spannungen im Alltag sind vorprogrammiert. Gegenseitige Toleranz im Hinblick auf kleine menschli- che Schwächen ist jetzt un- abdingbar notwendig. S chütze (23.11.-21.12.) Ein reinigendes Gewitter steht jetzt an: Die Auseinandersetzung bringt Klarheit in die verzwickte Situation – und alle können wieder aufatmen. Die Horoskop-Ecke Balkanküche & herzhaft-deutsche Spezialitäten Öffnungszeiten: Mo. Ruhetag Di. - Sa. 17 - 22 Uhr So. 12 - 14 u. 17 - 22 Uhr P ARTYSERVICE + P LATZ FÜR V ERANSTALTUNGEN ALLER A RT Überrascht eure Mama mit einem gemütlichen Mittag- oder Abendessen und genießt gemeinsam eine besondere Zeit. F REUT EUCH AUF : LECKERE G ERICHTE , EINE ENTSPANNTE A TMOSPHÄRE UND EINE KLEINE Ü BERRASCHUNG FÜR ALLE M AMAS E-Mail: buergerhaus-boenstadt@outlook.de Telefon: 06034 9022900 Bürgerhaus Bönstadt Inh. Sanja Ahmetovic Assenheimer Str. 49 61194 Niddatal-Bönstadt MUTTERTAG BEI UNS Sonntag, 10. Mai Zeit, einfach Danke zu sagen Extra für euch: Unsere liebevoll gestaltete Fotoecke für unvergessliche Erinnerungen Freiwillige Feuerwehr Kaichen Tag der offenen Tür am Vatertag Veranstaltung am 14. Mai 2026 am Gerätehaus in Kaichen Am 14. Mai 2026 lädt die Frei- willige Feuerwehr Kaichen zum Tag der offenen Tür am Gerätehaus ein. Die Veranstal- tung beginnt um 10 Uhr und findet in der Hochstraße 21 in 61194 Niddatal statt. Geboten wird ein vielseitiges Programm für Besucherinnen und Besucher. Dazu zählen Musik, eine Hüpfburg sowie ein gastronomisches Angebot mit Bier vom Fass, Speisen und Getränken sowie Kaffee und Kuchen. Die Veranstaltung richtet sich an die Öffentlichkeit und bietet Gelegenheit, das Gerätehaus sowie die Arbeit der Feuer- wehr näher kennenzulernen. Klick dich rein folg uns und sei dabei!
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MTIwNTY1