Rosbach-Rodheim 9/2026 Oktober 2026

2 aller Anwesenden vorsätzlich zu sabotieren. Vielleicht ist das eine der selt- sameren Entwicklungen unse- rer Zeit: Wir haben unglaublich viele Dinge beschleunigt und trotzdem immer weniger Ge- duld. Natürlich nehme ich mich da- von nicht aus. Wenn jemand anderes fünf Minuten zu spät kommt, denke ich: Man hät- te auch rechtzeitig losfahren können. Wenn ich selbst fünf Minuten zu spät komme, lagen selbst- verständlich außergewöhnli- che Umstände vor. Verkehr, Telefon, Arbeit – irgendetwas war. Bei mir gibt es Gründe. Bei anderen gibt es schlechte Or- ganisation. Kinder sind da manchmal er- frischend ehrlicher. Wenn sie keine Lust haben, sagen sie einfach: „Ich habe keine Lust.“ Keine veränderten Rahmen- bedingungen, keine Neube- wertung der Gesamtsituation und kein „Stand jetzt“. Man stelle sich diese Ehrlich- keit einmal in einer Pressekon- ferenz vor. „Warum wurde das Projekt noch nicht umgesetzt?“ „Keine Lust.“ Politisch vielleicht ausbaufä- hig. Aber jeder hätte es ver- standen. Vielleicht sehnen wir uns ge- rade deshalb manchmal nach einfachen Dingen. Denn selbst ein gemütlicher Fernsehabend beginnt inzwischen mit Ent- scheidungen. Netflix, Prime, Mediathek oder normales Fernsehen? Nach 25 Minuten Scrollen stellt man fest, dass nichts läuft. Früher hatten wir drei Program- me und fanden nichts. Heute haben wir Tausende Mög- lichkeiten und finden nichts. Das Ergebnis ist erstaunlich stabil geblieben. Und vielleicht tut deshalb gerade diese Zeit Ende September ganz gut. Der Sommer ist noch nicht richtig weg, der Herbst aber auch Stand jetzt? I guess. gemeint gewesen sei, und donnerstags diskutiert eine Talkshow darüber, was nun eigentlich gemeint war. „Wird das jetzt umgesetzt?“ „Stand jetzt – I guess.“ Damit wären eigentlich alle Möglichkeiten abgedeckt. Dabei war früher vermutlich gar nicht alles klarer oder vernünftiger. Wir haben nur nicht rund um die Uhr davon erfahren. Heute tragen wir die gesamte Weltlage in der Hosentasche. Krieg, Krise, Streit, Katastro- phe, Fußballergebnis und die Information, dass irgendein Prominenter einem anderen nicht mehr auf Instagram folgt – alles erreicht uns innerhalb weniger Minuten. Kein Wunder, dass auch die allgemeine Stimmung gele- gentlich etwas wetterfühlig wirkt. Man merkt es im Straßenver- kehr. Die Ampel wird grün, das Auto vorne fährt ungefähr 1,7 Sekunden nicht los und schon ertönt ein energisches Hupen. Danke für den Hinweis. Der Fahrer vorne hatte tatsächlich vor, noch heute weiterzufah- ren. Oder an der Supermarktkas- se. Jemand sucht sein Klein- geld und hinter ihm entstehen Gesichtsausdrücke, als hätte dieser Mensch gerade be- schlossen, den Tagesablauf Fortsetzung von Seite 1 ... geworden. Früher sagte man zu oder ab. Heute gibt es „Ich schaue mal“, „Müsste klappen“ oder das inzwischen allgegenwärtige: „Stand jetzt - ja.“ Zwei kleine Wörter, die prak- tisch jede Zusage mit einge- bautem Notausgang verse- hen. „Kommst du Samstag?“ „Stand jetzt - ja.“ Was soll bis Samstag passie- ren? Hochwasser? Ein Um- zug? Regierungswechsel? Wobei man bei der aktuellen Nachrichtenlage vorsichtig sein sollte. Und wer „Stand jetzt“ inzwi- schen selbst nicht mehr hö- ren kann, für den gibt es die modernere Variante: „I guess.“ „Kommst du Samstag?“ „I guess.“ Noch besser. Das bedeutet ungefähr alles zwischen „wahrscheinlich“, „mal sehen“ und „wenn nichts Besseres kommt“. Und falls es nicht klappt, hat man streng genommen nie richtig zugesagt. Vielleicht sollte die Politik das übernehmen. Dort ändern sich die Wetterlagen schließ- lich ebenfalls mit beeindru- ckender Geschwindigkeit. Montags wird etwas vorge- schlagen, dienstags erklärt jemand, dass es so gar nicht S teinbock (22.12.-20.01.) Manches entwickelt sich nicht so wie geplant, da jemand seine Versprechungen nicht eingehalten hat. Finden Sie heraus, warum das so ist. W assermann (21.01.-19.02.) Eine ärgerliche An- gelegenheit lässt sich glück- licherweise abschließend klä- ren. Ihre Laune steigt. Machen Sie es sich mit Ihrem Partner gemütlich. F ische (20.02.-20.03.) Eine vorwiegend angenehme Zeit liegt vor Ih- nen. Sie verbringen fröhliche Stunden mit netten Leuten und sind auch im Berufsleben recht kreativ. W idder (21.03.-20.04.) Sie wissen genau, was Sie wollen, und mit Un- terstützung der Sterne wer- den Sie manches schneller schaffen, als in Ihren kühnsten Träumen gedacht. S tier (21.04.-20.05.) Sie haben Ihr Ziel mit großem Vorsprung erreicht und sind doch nicht zufrieden: Ist Ihnen der Erfolg viel zu leicht in den Schoß gefallen? Z willinge (21.05.-21.06.) Zeigen Sie Geduld und Toleranz: Sie sind derzeit unerlässlich, damit die Harmo- nie im zwischenmenschlichen Bereich nicht gestört wird. K rebs (22.06.-22.07.) Setzen Sie sich nicht schon wieder unter Druck: Schnelligkeit ist nicht alles, Beharrlichkeit zahlt sich dage- gen schon bald aus. L öwe (23.07.-23.08.) Lassen Sie sich nicht verunsichern: Folgen Sie Ihrem Instinkt und nicht den scheinbar klugen Ratschlägen selbsternannter Experten. J ungfrau (24.08.-23.09.) Ihre Partnerschaft ist leider etwas zu kurz ge- kommen. Das Wochenende kommt gerade recht, um sich ausgiebig Herzensangelegen- heiten zu widmen. W aage (24.09.-23.10.) Zeigen Sie Ihre Flexi- bilität. Ihnen fällt es leicht, sich veränderten Situationen anzu- passen. Helfen Sie jenen, de- nen das nicht so gut gelingt. S korpion (24.10.-22.11.) Gemeinsam mit anderen haben Sie Ihre Auf- gaben erledigt, sodass Sie Freizeit haben. Die sollten Sie aber nicht wieder mit neuer Arbeit füllen. S chütze (23.11.-21.12.) Im Kollegenkreis gibt es Unruhe wegen deutlicher Cliquenwirtschaft! Den Geg- nern sollten Sie schnell den Wind aus den Segeln neh- men. Die Horoskop-Ecke noch nicht ganz da. Dann kommt plötzlich noch einmal so ein warmer Tag, an dem alle sagen: „Den müssen wir noch mal nutzen.“ Noch einmal draußen sitzen, grillen oder einfach den Nach- mittag im Garten verbringen. Im Juli war derselbe sonnige Tag selbstverständlich. Ende September wird er plötzlich wertvoll. Vielleicht ist das eine ganz gute Erinnerung daran, dass nicht immer alles planbar und eindeutig sein muss. Das Wetter dürfen wir oh- nehin nicht bestimmen. An- dere Menschen ebenfalls nicht. Kinder schon gar nicht. Scheint die Sonne, setzt man sich raus. Wird es kalt, zieht man die Jacke an. Und wenn an der Supermarktkasse je- mand 30 Sekunden länger braucht, könnte man diese 30 Sekunden sogar einfach ein- mal nichts tun. Das soll früher möglich gewe- sen sein. Vielleicht ist der September also gar nicht so unentschlos- sen. Morgens kühl, mittags Sommer, abends Herbst. Mal so, mal so. Eigentlich ziemlich menschlich. Und wie wird das Wetter mor- gen? Stand jetzt? I guess. Nehmen Sie lieber eine Jacke mit. Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihr Monatsjournal Baudekoration GmbH & Co. KG Anstrich-, Tapezier- und Lackierarbeiten Innen- und Außenputz Dach- und Trockenausbau Gerüstbau Marie-Curie-Straße 10 · 61194 Niddatal · Telefon: 06034 6178 Auf der Kaut 8 · 61206 Wöllstadt· Mobil: 0177 7010114 E-Mail: info@baudekoration-dolezal.de Dolezal Maler- und Lackiermeister Vollwärmeschutz www.baudekoration-dolezal.de Finde uns, folge uns und sei Teil unserer Story!

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